KINDERBUCHLIEBE

Seitdem Fiona bei uns ist, lege ich so viel Wert auf sinnvolle und lehrreiche Kinderbücher.

Ihr habt großes Interesse an den Kinderbüchern gezeigt, welche ich für Fiona sammle.

Ja, man könnte es als sammeln bezeichnen, da sie mit ihren 14 Monaten noch nicht wirklich viel mit Büchern anfangen kann. Denn im „richtigen Vorlesealter“ ist Fiona noch nicht, sie will entdecken, sie will suchen und finden.

Klar, sie beschäftigt sich immer gerne mit ihren Fühl-Büchern oder beobachtet die Tiere in „Mein kleiner Dschungel“, zeigt mit ihrem winzigen Finger drauf und nickte mir zu.

Mittlerweile schlägt sie schon ganz bewusst Seiten um und strahlt mich mit ihren glitzernden Augen an, wenn ich ihr vorlesen soll.

Jeden Abend gibt es eine Gute Nacht Geschichte. Und das ist auch gut so. So fühlt es sich richtig an.

Sie fängt an das Vorlesen richtig zu genießen und lauscht entspannt meiner Stimme. Schaut sich gespannt die Seiten an und fühlt mit ihren Zarten Fingern über die Seiten.

Als Kind habe ich selbst hunderte Bücher verschlungen. Meine Mama hat es mir immer vorgelebt und wir haben ganze Sonntage eingekuschelt auf dem Sofa damit verbracht Bücher zu lesen.

Solch eine wunderbare Erinnerung würde ich mir auch für meine Tochter wünschen.

Ob sie nun später viel lesen möchte hängt natürlich auch von ihrem Willen und Interesse ab und trotzdem möchte ich sicher sein, dass sie Bücher lesen wird, welche ihr in verschiedener Hinsicht Mehrwert bieten können.

Bücher eignen sich meiner Meinung nach übrigens wirklich als sehr schöne, langlebige und sinnvolle Geschenke. Sie stecken voll Leben, Abenteuer und Weisheit.

Man kann von ihnen lernen oder über das Geschriebene staunen. Manchmal lassen sie dich weinen und manchmal lachen.

Sie wachsen meist einige Jahre mit, erfreuen immer wieder und schaffen doch ganz besondere innige Momente. Diese Momente wünscht man doch jedem oder?

Deshalb stelle ich euch in diesem Beitrag unsere liebsten Bücher für die Kleinsten vor.

Ich hoffe, es ist etwas für euren kleinen Schatz dabei. Oder für den kleinen Neffen, das Kind der besten Freundin, die Enkelkinder – oder auch für euch. Ganz ehrlich:

Wie schön sind eigentlich Kinderbücher?

Sie sind nicht nur mit einer wichtigen Messages verbunden, sie sind auch wunderschön für die Augen. Und fürs Herz.

Hier sind wir von Oliver Jeffers

Mit Abstand auch mein Lieblingsbuch. Die Liebeserklärung eines frisch gebackenen Papas an seinen Sohn. Eine Liebeserklärung an das Leben auf der Erde. „Pass gut auf sie auf. Sie ist alles, was wir haben.“

Oliver Jeffers bricht in seiner Anleitung zum Leben auf der Erde komplexe Zusammenhänge auf das herunter, worum es im Leben geht. Darum, seine Zeit zu nutzen, zu füllen und sich mit Liebe zu umgeben.

„Es gibt Menschen in allen Formen, Größen und Farben. Wir sehen zwar alle unterschiedlich aus, verhalten uns anders und klingen verschieden, aber lass dich nicht täuschen: Wir alle sind Menschen.“


Little people. Big Dreams

Man ist nie zu jung, um seine Träume zu verwirklichen. Und damit die Welt zu verändern. Seine eigene Welt zumindest.

Als aller erstes bin ich auf Jane Godall gestoßen und es war sofort klar, dass ich dieses Buch kaufen musste. Ich bin ein absoluter Fan ihres Lebenswerks und lasse gerne Fiona an meinen Interessen teilhaben. Dabei sollte es auch nicht bleiben…

Vorgestellt werden in dieser Buchreihe beeindruckende Lebensgeschichten großer Persönlichkeiten. Und jede Geschichte beginnt in der Kindheit. Der Kindheit von Stephen Hawking, Jane Godall oder Frida Kahlo. Es gibt eine Vielzahl von Ausgaben, die bereits auf deutsch erschienen sind.

Eine unglaublich schön illustrierte Buchreihe über die unterschiedlichen Stärken eines jeden von uns.


Sulwe von Lupita Nyong

Dieses Buch steht auch dieses Jahr auf der Weihnachtsliste für Fiona. Ich habe es in einer Bibliothek per Zufall entdeckt und etwas reinstöbern können. Es hat mich auf Anhieb in seinen Bann gezogen.

Sulwe ist unglücklich. Ihre Haut ist dunkler als die ihrer Eltern und ihrer Schwester. Sie ist dunkler als die aller Kinder in der Schule.

Deswegen bekommt sie von den anderen Kindern hässliche Spitznamen und darf nicht mitspielen. Sie versucht, heller zu werden, indem sie ihre Haut abschrubbt, nur helle Lebensmittel isst oder Gott im Gebet darum bittet.

Da wird sie eines Nachts von einer Sternschnuppe mit auf eine Reise genommen und sie lernt ihren Wert kennen.


Julian ist eine Meerjungfrau

In meinen Augen ein herausragendes Bilderbuch über Individualität, Diversität und Vielfalt

Die amerikanische Autorin Jessica Love bringt ihre anrührende Erzählung mit zarten Bildern in hellen, bunten Farben, begleitetet von wenig Text aufs Papier. Ganz behutsam fängt sie Julians unbekümmerte Entdeckung seiner Empfindungen ein und lässt Geschlechterklischees dabei schier verblassen.

Er fühlt sich eben wohl in Kleidern und dieses Buch kann meiner Meinung nach ein Weg zur Selbstliebe und Akzeptanz sein.

Gute Bücher zu diesem Thema sind auch: Julian feiert die Liebe oder mein Schatten ist Pink.


Mein kleiner Dschungel

Das erste Buch, welches Fiona in ihrem Leben in der Hand hielt war dieses. Also zumindest abgesehen von den ganzen Kuschel-Baby-Büchern natürlich. D

Das erste Buch, welches sie aktiv genutzt hat. Die minimalistischen Illustrationen überfordern die Kleinen nicht direkt und erklären trotzdem auf wunderschöne Art und Weise wie die exotische Welt in einem Dschungel aussieht.


Der Tag an dem die Welt verschwand

„Mama und Papa bekommen es ganz schön mit der Angst zu tun, als die Welt an einem gewöhnlichen Freitag verschwindet. Als hätte ein Radiergummi die Bäume, Straßen, Menschen und Wolken einfach wegradiert. Doch mir gefällt unsere neue kleine Welt zu dritt. Wir haben nämlich jetzt viel mehr Zeit, zusammen Abenteuer zu erleben.“

Ein wunderbar berührendes, ehrliches und emotionales Buch über die derzeitige Situation in der Coronazeit. Über die Herausforderungen, wenn jeden Tag Sonntag ist.

Ein gutes Buch zu diesem Thema ist auch „Drinnen und Draußen“ von LeUyen Pham.


Der Junge, der einen Baum pflanzte von Sophia Gholz

Quelle Google

Die wahre Geschichte von Jadav Payeng. Man ist nie zu klein, um großes zu bewirken. Das ist der Satz, mit dem sich das Kinderbuch gut zusammenfassen lässt.

In Indien vor einiger Zeit lebt der Junge Jadav in einem Bauerndorf auf einer großen Flussinsel, die von Jahr zu Jahr zunehmend von den Fluten verschluckt wird.

Menschen, Tiere und Bäumen verlieren ihren Lebensraum. Mit geschenkten Bambusschösslingen fährt er in einem Boot zu einer Sandbank, wo er sie einpflanzt. Mit großem Einsatz und viel Geschick gelingt es ihm, das Überleben seiner Pflanzen zu sichern.

Nach vielen Jahren kommen auch endlich wieder die Tiere zurück in den neu gewachsenen Wald. Und obwohl alle bezweifeln, dass der Wald eine Zukunft haben wird, wächst er immer weiter.


Oma Luise und die Schmetterlinge

Quelle Google

Für mich persönlich inhaltlich unglaublich lehrreich. Es ist ein Bilderbuch rund ums Thema Demenz – und viel mehr. Es informiert auf eine zauberhafte und sehr positive Weise darüber, was bei einer Demenz im Kopf genau passiert. Und das Ganze in unfassbar schöner kindgerechter Form.

Natürlich ist Fiona noch viel zu klein um dieses Buch zu verstehen, jedoch denke ich, dass es als wunderbare Werkzeugkiste dienen kann um Kindern das Thema Demenz näher zu bringen.

„Oft erzählt Oma Luise, dass sie Schmetterlinge im Kopf hat, die einen Namen, eine Geschichte oder ein Ding einfach davontragen. Deswegen vergisst Oma so viel und macht statt Salz Zucker in die Suppe.

Oma Luise und die Schmetterlinge

100 Migrantinnen, die die Welt verändern – die Good Night Stories für Rebell Girls

Foto: Hanser Literaturverlag

Dieses Buch steht dieses Jahr definitiv auf unserer Weihnachtsliste. Leider kenne ich nur einige Auszüge aus diesem Buch aber allein diese paar Einblicke haben mir gezeigt, dass ich mich unglaublich freue die gesamten Geschichten endlich zu lesen.

Das Buch handelt von 100 außergewöhnliche Frauen aus Geschichte und Gegenwart, die ihre Heimat verließen, um in einem anderen Land ein neues Leben zu beginnen. 100 Frauen, die eine Zuflucht suchten, um ihre Träume zu verwirklichen und ihre Ideen mit der Welt zu teilen.

Die Welt braucht dich – Genau so, wie du bist von Joanna Gaines

Einige von uns sind erfinderisch, andere mögen es extrovertiert, einige machen alles allein, wieder andere durchdenken jeden Schritt, manche haben eine kreative Ader und andere handeln rein ihrer Vernunft – wir sind verschieden und doch auch einzigartig, wir, ihr, du und ich.

Ein bezauberndes Buch, welches sich wiedermal um die Thematik der Individualität dreht.


Vielleicht von Kobi Yamada

Ich muss gestehen, dass ich ein Riesen Fan seiner Arbeit bin. Bei jedem Einzelnen seiner Werke habe ich Tränen in den Augen und Gänsehaut.

Bei „vielleicht“ geht es darum, dass jeder Mensch verschieden ist. Wir alle sind und bleiben Individuen und man entwickelt Stärken und Schwächen und das ist ok! Ohne seine Schwächen zu kennen kann man seine Stärken nicht nutzen.

Ein toll geschriebenes und unglaublich schön und schlicht illustriertes Buch, welches jedem Kind seinen eigenen besonderen Wert auf der Welt vermittelt.

Ich hoffe wirklich sehr, dass der kleine Einblick in unsere Lieblingskinderbücher euch gefallen hat. Vielleicht ist ja unter den vielen tollen Büchern sogar etwas für dich und deine Liebsten dabei.

Zum Abschluss lasse ich euch noch ein paar Titel da, welche ich persönlich sehr inspirierend finde und jedes einzelne Buch in diesem Beitrag ist eine absolute Herzensempfehlung.

Lass mich frei ! – ein Buch zum Thema Tierschutz

Der unsichtbare Junge – ein Buch über introvertierte Kinder

Liebe deinen Körper – ein Buch über Body Positivity

Ich bin Loris – ein Buch über Autismus

Mamas Monster – ein Buch über die Depression

Baby Buddies

Freunde. Soziale Kontakte. Wir alle brauchen sie. Die einen mehr, die anderen weniger.
Doch wie ist das eigentlich bei den Jüngsten unserer Gesellschaft?
Brauchen Babys Freunde? Wie kommunizieren sie überhaupt miteinander?

Erstmal vorweg – Der Kontakt zu Gleichaltrigen fördert die Entwicklung deines Kindes schon im Babyalter.

Zugegeben, in den ersten beiden Lebensjahren können Babys noch nicht wirklich viel mit anderen Kleinkindern anfangen. Das heißt aber nicht, dass sie ihnen egal sind.

Wir Menschen sind von Geburt an soziale Wesen.

So suchen Babys schon ab einem Alter von etwa drei Monaten Blickkontakt zu Gleichaltrigen im Raum. Etwas später wenden sie sich ihnen zu und versuchen, nach ihnen zu greifen.

Nach circa einem halben Jahr fingen die beiden an sich freundlich anzulächeln oder vergnügt zu quieken.

Dann wurden sie immer mutiger und fingen an sich zu berühren und mit den Händen, die Füße oder Hände des anderen zu erforschen. Das hat nicht wirklich etwas mit einer Aufforderung zum Spielen zu tun, sondern eher mit dem Entdeckertrieb. Sie erforschen neugierig das andere kleine Wesen.

Meistens wird diese Entdeckung mit den Händen oder dem Mund gemacht.

So steckt sich Paul beispielsweise Fionas Fuß in den Mund und Fiona lutscht genüsslich an Pauls Fingern.



Sozial interagieren oder miteinander richtig spielen ist in dem Alter noch nicht möglich. Dazu fehlen noch einige Fähigkeiten. Doch nachmachen geht schon.

Ab einem Alter von neun Monaten schauen Babys sich die eine oder andere Sache von Gleichaltrigen ab und ahmen sie auch nach.

KÖNNEN SICH BABYS UNTEREINANDER UNTERHALTEN?

Mit Blicken, Mimik, Lauten und Gesten kann es sich immer deutlicher mitteilen und „unterhalten“.

Lallen als wichtiges Element der Kommunikation.

Man kann beobachten, wie die zwei vor sich herbrabbeln. Es sind erste Lautäußerungen. Fiona beispielsweise probiert eine Vielzahl unterschiedlicher Laute aus und achtet genaustens auf Paul`s Reaktion.

Wenn er ihr mit einem Ton antwortet, zeigt sie ganz klar ihre Freunde. Sie strampelt wild umher, quietscht laut und strahlt bis über beide Ohren.

Im ersten Lebensjahr braucht ein Baby kein anderes Baby um sein Sozialverhalten zu erproben, sagt man. Auch wenn es nur ein nebeneinander spielen statt miteinander spielen ist, habe ich den Eindruck, dass es für beide jedes mal eine interessante Abwechslung ist.

Regelmäßige Spieltreffen können für dein Baby also eine tolle Bereicherung sein, denn sie:

  • sind eine spannende Abwechslung zum Alltag für dein Baby
  • bieten neue Anreize für alle Sinne
  • animieren zur Beobachtung und Nachahmung
  • helfen dabei, sich an andere Kinder und Laute zu gewöhnen

Vom ich zum wir

Erst im dritten Lebensjahr erlangen Kleinkinder allmählich die sozialen Fähigkeiten, um andere Kinder als mögliche Spielkameraden anzusehen. Das hingegen schwebt für uns erstmal in der Zukunft. Und wenn es soweit ist, dessen bin ich mir sicher, wird es bestimmt niemals langweilig.


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Flasche vs. Stillen

Oder doch einfach beides?

Heute genau auf den Tag bist du drei Monate alt. Gestern war es soweit. Das erste Mal Fläschchen geben.

Doch es war alles andere als anfangs gewollt. Ich habe die ganze Zeit voll gestillt. Bis gestern.

Lasst mich alles von Anfang an erklären.

Noch in der Schwangerschaft habe ich gedacht, dass ich es nicht schaffen würde länger als eine Woche oder zwei zu stillen. Ehrlich gesagt habe ich auch damit gerechnet, dass meine Brust viel zu empfindlich sein wird um überhaupt zu stillen. Umso glücklicher war ich natürlich, zu merken, dass es doch reibungslos funktioniert.

Ich hatte keinerlei Probleme dich mit meinem eigenen Körper zu ernähren. Hatte auch genug, um dich tagtäglich mehrfach satt zu kriegen.

Der Rhythmus war anfangs schon wirklich angenehm. Zu Beginn waren es 3 Stunden, dann wurden es schnell vier oder sogar nachts 5 Stunden.

Doch vor circa zwei Wochen wurde dann alles anders. Du wurdest richtig motzig. So, wie ich dich eigentlich nicht kenne.

Ich wusste nicht genau was los war. Woher auch? Ich bin auch zum ersten Mal Mama. War es vielleicht ein Schub? Oder war es doch die Projektion meines Stresses auf dich?

Ich konnte es mir anfangs nicht erklären.

Nach tagelangem Kampf mit dem Stillen wurde ich dann auch richtig frustriert.

Meine Nerven lagen blank.

Du fingst an nach dem Essen zu weinen. Selbst mit der Brust im Mund schriest du noch weiter.

Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass es, wie vorher auch das Bauchwehmonster war, welches dich so plagte.

Dann wurde es mir doch ziemlich klar. Ich, die anfangs Unmengen Milch produziert hatte, hatte anscheinend doch nicht mehr genug um dich satt zu kriegen.

Das zerbrach mir wirklich das Herz!

Es fühlte sich so an, als hätte ich versagt. Als hätte mein Körper versagt.

Nachdem es mir vor zwei Tagen wie Schuppen von den Augen fiel, bin ich am nächsten Morgen direkt zur Kinderärztin.

Diese bestätigte mir dann, dass du auf zwei Wochen circa 500g abgenommen hast. Ein ganz klares Zeichen, dass du nicht genug zu essen bekommen hast.

Ich war wirklich emotional am Ende. Zur gleichen Zeit aber auch glücklich, dass ich endlich den Grund deines Leidens bestätigt bekommen habe.

Zeit etwas zu ändern.

Jetzt stille ich weiterhin, was ich kann. Das, was mein Körper noch fähig ist zu geben. Den Rest füttere ich nun bei.

Ein ständiger Wechsel zwischen breastfeeding und Fläschchen geben.

Heute sehe ich das ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Traurig darüber, dass es doch schneller vorüber gegangen ist als gewünscht.

Und doch glücklich darüber, dass du endlich wieder zufrieden ins Milchkoma fällst.

Wishes for you

Zu Hause ist, wo du bist.


Ich werde dir jeden Weg der Menschlichkeit zeigen. Dich unterstützen in allem, was dir Spaß macht.


Werde dir beibringen, was Gerechtigkeit bedeutet und wie es sich anfühlt Nächstenliebe zu vermitteln.

Ich will dir Tierliebe ans Herz legen und klar machen, dass jeder Mensch eine Chance verdient hat.


Aber auch die Vorsicht, gefährliche Menschen nicht in dein Herz zu lassen.

Du sollst eine starke Frau werden, die keine Angst hat, ihre Meinung in die Welt zu brüllen.

Ich möchte dir eine offene Welt gestalten, ohne Hass. Zeigen, dass wir unsere Um- und Mitwelt respektieren müssen. Dass jeder kleiner Schritt eine große Konsequenz mit sich zieht.

Ich möchte dir beibringen, dass du mehr bist als das, was nur ein Einzelner von dir denkt.

Toleranz und Mitgefühl sollen deinen Weg immer begleiten.
Selbstbewusstsein und Akzeptanz deinen Weg ebnen.

Ich will dir in jedem Atemzug vermitteln, wie besonders du bist.

Ich freu mich auf deine Zukunft. Auf unsere Zukunft. Mit allem was noch kommt.

Denn du hast mir gezeigt, was Liebe wirklich bedeutet.

Ich liebe dich, Fiona.

Deine Mama

Was kann mein Baby?

Über die Sprachentwicklung, ihre Reflexe und Motorik, den körperlichen Zustand sowie die soziale und emotionale Entwicklung meines Babys.

Der erste Monat

Mein Baby kommuniziert, zeigt die ersten Reflexe und baut eine emotionale Bindung auf.

Für Neugeborene ist es eine enorme Leistung, sich auf die Welt „draußen“ einzustellen. Zu einer der wichtigsten Entwicklungen in Babys erstem Monat gehört es, soziale Bindungen aufzubauen – zu den Eltern und zu anderen wichtigen Menschen in seinem Umfeld.

Die körperliche Entwicklung

Fiona wächst sehr schnell. Trotzdem verliert sie nach der Geburt zunächst Gewicht. Das hat mich zuerst echt erschrocken.

Aber kein Grund zur Sorge! Dabei handelt es sich vor allem um das eingelagerte Fruchtwasser. Fiona hat ein Geburtsgewicht von 2780g. Nach Tag 4 nur noch 2420g.

Nach einigen Tagen hat dies ein Ende und sie nimmt endlich zu.

Sie trägt nur Konfektionsgröße 44. Mützen in Ihrer Größe zu finden ist sehr schwer, da ihr Kopfumfang nur 32 cm beträgt.

Motorik und Reflexe

Neugeborene sind Reflexwesen. Die Reflexe dienen dem Schutz des kleinen Neuankömmlings.

Im ersten Monat verfügt sie über folgende Reflexe, welche man auch genau beobachten kann: Saugreflex, Suchreflex, Moro-Reflex, Greifrreflex und Schreitreflex.

Saugreflex: Mein Baby umfasst mit den Lippen Finger oder Brustwarze und erzeugt durch Zurückziehen der Zunge einen Unterdruck.

Suchreflex: Mit weit geöffnetem Mund sucht sie nach der Nahrungsquelle.

Moro-Reflex: Dieser „Klammerreflex“ sorgt im Tierreich dafür, dass sich der Nachwuchs am Muttertier festhalten kann.

Greifreflex: Alles was die Handinnenflächen berührt, lässt Püppi automatisch die Hände schließen.

Schreitreflex: Kaum ist das Baby auf der Welt, möchte es schon losmarschieren. Wird das Neugeborene unter den Schultern gehalten und verspürt es unter den Füßen einen festen Untergrund, beginnt es voran zu „laufen“.

Die Entwicklung der Sinne

Babys kommen bereits mit einem entwickelten Geruchs-, Geschmacks-, Tast- und Hörsinn auf die Welt.

Besonders gut sehen kann sie jedoch nicht. In den nächsten Monaten wird die Sicht deutlich klarer.

Geräusche jedoch erregen die Reize des Babys. Wenn sie versucht Dinge zu fokussieren, schielt sie durch die Gegend. Das hat mich anfangs total zum Lachen gebracht.

Auch der Gleichgewichtssinn ist dank des dafür zuständigen Teils im Innenohr voll funktionsfähig.

Zudem reagiert sie ganz klar auf Berührungen.

Die geistige Entwicklung

Ein Baby im ersten Monat kann sich bereits Dinge merken und sogar eine Erwartungshaltung einnehmen.

Auch wenn die Neugeborenen-Entwicklung im ersten Monat noch am Anfang steht, verfügt der Nachwuchs über ein emotionales Gedächtnis.

Einfache Denkprozesse sind nicht – wie früher geglaubt – an sprachliche Fähigkeiten gebunden, sondern an sozialen.

Emotionale Entwicklung

Mein Baby profitiert im ersten Monat ganz entscheidend von einer liebevollen, sicheren Umgebung.

Sie schaffen für dein Baby die erste soziale Struktur, in der es zu einem emotional stabilen Menschen heranreifen kann.

Fiona zeigt grundlegende Emotionen wie:

• Neugier

• Wohl- und Unbehagen

• Erschrecken

• Ekel

Sie wendet sich mir automatisch zu um ihre Emotionen zu zeigen. Wenn sie anderswo ist, protestiert sie mit Weinen und Geschrei.

Enger Körperkontakt ist wichtig im erstem Monat. Experten haben herausgefunden, dass Kuscheln sich stressmindernd auf den Nachwuchs auswirkt.

Bei Frühgeborenen wie Fiona kann man das besonders gut beobachten. Bei engem Körperkontakt wird sie augenscheinlich ruhiger. Die Herzfrequenz sinkt und wichtige Gehirnregionen werden aktiviert.

Soziale Entwicklung und Kommunikation

„Bonding“ heißt das Zauberwort in Babys erstem Monat. Damit gelingt der Aufbau der Eltern-Kind-Beziehung von Anfang an. Dabei steht das Kuscheln im Mittelpunkt. Es fördert die soziale Entwicklung von Anfang an.


Der zweite Monat

Offiziell gilt mein Baby nun nicht mehr als Neugeborenes.

Mein Baby kann nun ganz klar ihr Köpfchen heben. Sie kann bewusst Kontakt aufnehmen und schaut mir tief in die Augen.

Ab nun stehen Wachstum und soziale Interaktionen mit der Umwelt im Vordergrund.

Sie erwidert mein Lachen und äußert ihre ersten Laute.

Die körperliche Entwicklung

Fiona ist von anfänglichen 47 cm nun 7 cm gewachsen. sie hat nun eine Konfektionsgröße von 50. Diese entspricht nicht ganz dem Durchschnitt, da Babys in diesem Alter eigentlich die Größe 56-62 tragen.

Motorik und Reflexe

Für kurze Zeit kann sie nun Greiflinge oder Ähnliches packen. Man spürt richtig ihre Kraft in den Fingern.

Sie beginnt ganz klar mit der Körperwahrnehmung.

Sie ist extrem aktiv im Gegensatz zu vorher und strampelt ständig mit ihren Armen und Beinen.

Der oben genannte Klammerreflex lässt auch so langsam nach.

Am Anfang des zweiten Monats wirbelte der Kopf noch oft wild um her, wenn sie ihn bewegen wollte. Jetzt zum Ende hin merkt man, dass sie den Kopf schon viel kontrollierter bewegen kann.

Sie ist äußerst aufmerksam und neugierig Lichtquellen und Stimmen gegenüber.

Die Entwicklung der Sinne

Mund und Hände sind wichtige Tastwerkzeuge. Fiona scheint ihr Umfeld damit zu erforschen. Die feinen Rezeptoren überall ihrer Haut nehmen Berührungen wahr und sie beginnt sanftes Streicheln zu lieben.

Der Hörsinn ist klar ausgeprägt. Sie erschreckt sich oder hört aufmerksam zu.

Ich merke ganz klar, dass sich an ihrem Sehen etwas verändert hat. Sie kann nun ohne zu schielen fokussieren und erkennt Gesichter auch auf weitere Distanz. Fiona studiert regelrecht mein Gesicht und meine Ausdrücke im Gesicht.

Teilweise macht sie mir sogar nach.

Auch der Geruchs-und Geschmackssinn ist bei mit zwei Monaten bereits stark ausgeprägt. Hält man ihr süße Gerüche hin lächelt sie einen an. Und beispielsweise bei verschiedenen Käse merkt man ihr den Ekel im Gesicht stehen.

Trotzdem sollten man auf künstliche Düfte verzichten. Denn damit kann man den natürlichen Geruch überdecken und das gefällt der Kleinen gar nicht.

Tiefenentspannt und höchst zufrieden schaut sie, wenn sie endlich Mamas Milch trinken kann.

Die geistige Entwicklung

Der aktive Aufbau von sozialen Beziehungen ist deutlich. Sie lächelt nun endlich bewusst und setzt ganz klar verschiedene Mimik in ein um mir ihre Gefühle deutlich zu machen.

Emotionale Entwicklung

Fiona ist zunehmend aufnahmefähiger und wacher. Sie wird noch neugieriger als zuvor und reagiert teilweise ängstlich auf verschiedene Situationen. Ich merke, dass ich ihr Sicherheit mehr schenken kann als andere.

Als konstante Bezugsperson stärke ich das Urvertrauen meines Kindes.

Ich fördere eine gesunde emotionale Entwicklung, indem ich ihre Bedürfnisse erkenne und erfülle. Das wichtigste im Moment ist die Nähe zu mir. Das lässt ihr Vertrauen wachsen.

Soziale Entwicklung und Kommunikation

Nun verfügt sie über ein ganz klares Mittel der Kommunikation – ihr Lächeln. Sie findet schnell heraus, dass ihr Lächeln etwas bei mir bewirkt. Sie beobachtet meine Reaktionen. Lächle ich, lächelt sie zurück.

Macht sie Dinge, auf welche ich positiv reagiere, oder mit hoher Stimme erwidere, wiederholt sie diese ganz bewusst.

Mein Baby möchte mich ganz klar in ein Gespräch verwickeln.

Sie nimmt Blickkontakt mit mir auf und antwortet mit lallenden Geräuschen.

Die Sprachentwicklung wird klar deutlicher.

Fördern kann man diese mit Singen und ganz viel sprechen. Faszinierend finde ich, dass ein Baby in diesem Alter alle Sprachen dieser Welt sprechen kann. Sie saugt alle Wörter auf wie ein Schwamm. Bildet jetzt schon ihren Wortschatz. Auch wenn sie noch nicht davon Gebrauch machen kann, ist alles in ihrem Gehirn gespeichert.

Ich versuche so viel wie möglich mit ihr zu sprechen und ihre Sprachentwicklung zu fördern.

Den Tastsinn fördere ich, indem ich mit allen möglichen Gegenständen über ihre Haut fahre. Ich lasse sie alles anfassen, damit sie alles so gut wie möglich kennenlernen kann.

Dein Herzschlag

Oh mein Gott! Wir kriegen ein Baby!

Wir hatten ja keine Ahnung, dass unser Jahr 2020 so dramatisch beginnen würde.

Alle reden immer nur davon wie es ist geplant schwanger zu werden. Und wieder andere kämpfen jahrelang dafür.

Bei uns war es wohl das genaue Gegenteil.

Mein Herz und mein Verstand arbeiteten erstmal gegeneinander.

Diese ungeplante Schwangerschaft war ein riesiger Schock und riss mir erstmal den Boden unter den Füßen weg.

Unwissend wie es weiter gehen sollte entschieden wir uns für dich, für ein Leben mit dir.

Wie sich heute rausstellt, die bisher beste Entscheidung meines Lebens.

Der erste Ultraschall. Mit der Entscheidung im Schlepptau, dich zu dem wohl größten Teil unseres Lebens zu machen, gingen wir zu dem Termin.

Es war ein überwältigender Moment.

Als die Gynäkologin mir dein Herz zeigte, fing ich sofort an zu weinen. Wir waren überwältigt und spürten sofort so unglaublich viel Liebe füreinander.

Es waren nur 2,5 cm, aber 2,5 cm pure Liebe.

Du kleines Würmchen, so klein wie ein Jelly Bean.

Da warst du nun.

Wenn ich an diese Zeit Anfang des Jahres zurück denke und an den Moment jetzt, wo du in meinen Armen liegst und mich anlächelst, bereue ich die ganze Erfahrung keine einzige Sekunde.

Du bist das beste was mir je passiert ist.

Das Schönste, was ich je geschaffen habe.

Ein Herzschlag definiert mein Leben. Von damals, bis heute.

Verhütung – betrifft uns alle

Wir wollen es alle. Wir suchen es alle. Die ultimative Verhütung. Die eine Lösung für geschützten Geschlechtsverkehr.

Wie kann ich nach meiner Schwangerschaft verhindern, dass es mir nicht nochmal direkt passiert?

Ob Schwangerschaft oder nicht, wir alle suchen danach. Nach Sicherheit, Flexibilität und doch soll es uns zugleich nur minimal einschränken.

Willkommen im Club.

Ich suche auch nach der optimalen Lösung. Doch ich muss feststellen, dass es die perfekte Lösung gar nicht gibt. Es gibt nichts, was all meinen Ansprüchen gerecht wird.

Wichtig für mich beispielsweise ist eine hormonfreie Verhütung. Ein Grund dafür ist das Stillen, die Liebe zu meinem Körper und die starke Reaktion auf die Pille davor.

Mir ist aber auch wichtig, so wenig Einschränkung wie möglich zu haben. Ich habe keine Lust jedes Mal vor dem Sex an irgendetwas denken zu müssen. Möchte mir aber auch keine Sorgen machen müssen, nochmal schwanger zu werden. Zumindest nicht jetzt oder in naher Zukunft.

Denn für mich ist eins ganz klar: Verhütung ist unabdingbar. Für jeden von uns. Es ist ein Recht auf freie Entscheidung. Ein Recht, sich sein Leben selbst zu bestimmen.

Wir Frauen schwimmen in einem Meer aus Pillen, Kondomen, Spiralen, Dreimonatsspritze, Hormonimplantaten, Verhütungspflastern, Notfallverhütungsmitteln und noch vielen mehr.

Wie soll man da den Durchblick behalten?

Doch was denkt die grobe Masse eigentlich über die verschiedensten Fragen der Verhütung.

Auf Instagram habe ich meine Follower gebeten einige Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

Wer genau ist jetzt also verantwortlich für die Verhütung?

Ohne einen an den Pranger zu stellen, machen es sich die Männer häufig sehr einfach. Für sie gilt nur entweder Kondom oder kein Kondom. Damit sind sie aus dem Schneider.

Doch es betrifft beide Parteien. Schließlich kann das Endresultat beider Leben grundlegend verändern.

Dieser Meinung waren auch 87 % der befragten Frauen.


Kommen wir nun zur Frage, womit meine Follower zur Zeit verhüten.

200 Frauen haben mir auf diese Frage geantwortet.

Pille – 59

Diaphragma – 47

Kondom – 40

Verhütungsring – 12

Hormonimplantat – 5

Spirale – 20

Depotspritze – 5

Pille danach – 12

By the way: Selber habe ich diese Hormone in Form einer Anti Baby Pille elf Jahre genommen. Elf Jahre, in denen ich keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich mache und es mir auch ziemlich egal war. Hauptsache nicht schwanger werden war das Motto.

Auf die Frage, ob die Frauen sich mit ihrer aktuellen Verhütung sicher und geschützt fühlen, antworteten glatte 60% mit Nein.

Was mich persönlich sehr gewundert hat war, dass „nur“ 30% der Frauen schon einmal die herkömmliche Verhütungspille als Mittel genommen haben.

In meinen Augen war dies immer die gängigste Methode. Tja, falsch gedacht.

Zunächst sollten wir Frauen wissen, dass die Ärzte zwischen den Konzepten „systemisch“, „lokal“ und „natürlich“ unterscheidet.

Das Verhütungskonzept systemisch beinhaltet alles das, was unseren gesamten Körper beeinflusst, in die Blutbahn übergeht, um am Schluss den Eisprung zu unterdrücken. Da ich den Hormonfluss zwischen dem Gehirn und den Eierstöcken beeinflusse, ist dies eine systemische Beeinflussung.

Systemische Verhütungsmethoden sind z.B. die Pille, der Ring, das Pflaster, die Spritze oder auch das Hormonimplantat.

Bei dem natürlichen Konzept geht es darum, dass ich natürlicherweise versuche, herauszufinden, wann ich den Eisprung habe und in diesem Zeitraum bzw. vor allem auch davor auf Geschlechtsverkehr verzichte. Die gängigste und derzeit sehr gefragte natürliche Verhütungsmethode ist die natürliche Familienplanung (NFP).

Bei einem lokalen Verhütungskonzept bzw. wenn die Verhütung vor allem im Genitale selbst stattfindet, geht es darum, dass man an einer bestimmten Stelle eine Barriere aufbaut. Dazu zählt z.B. das Kondom oder auch das Diaphragma, aber auch die Kupfer- und die Hormonspirale.

Überrascht hat mich auch, dass 80 % der Frauen gerne hormonfrei verhüten würden.

Doch was bedeutet hormonfreie Verhütung und wie sicher sind die verschiedenen Mittel eigentlich?

Hormonfreie Verhütung umfasst alle Verhütungsmethoden, die ohne Hormone oder Eingriffe in den natürlichen Körperablauf auskommen. Der Hormonhaushalt bleibt unbelastet.

Sie ist frei von Nebenwirkungen und Überschüssen.

Nun zeige ich euch einmal die gängigsten Methoden der hormonfreien Verhütung:

1. NFP-Methode

Die Methode der natürlichen Familienplanung.

Die symtothermale Methode gilt als die natürlichste Verhütung und auch tatsächlich mitunter zu einer der sichersten. Bei dieser Methode kombinierst Du die Messung Deiner Basaltemperatur mit der Auswertung von Zervixschleim bzw. Muttermund. Die Körpertemperatur und die Flüssigkeit aus der Scheide. Diese sind Indikatoren für den Zeitpunkt deines Eisprungs und deiner Fruchtbarkeit. Je nach Fruchtbarkeitsstatus kannst Du entweder unbeschwerten Geschlechtsverkehr mit Deinem Partner haben oder beispielsweise Kondome anwenden.

Für mich persönlich fällt diese Methode flach, da ich mich einfach dabei zu unsicher und zu wenig geschützt fühle.

2. Kupferspirale und Goldspirale

Nicht zu Unrecht stehen die hormonfreien Spiralen an ersten Stelle. Man muss bis zu fünf Jahre nicht daran denken. Sie kann bei Kinderwunsch jederzeit vorzeitig entfernt werden und hat keine hormonellen Nebenwirkungen.

Auch wenn der Anschaffungspreis nicht günstig scheint, auf die Jahre gerechnet zählt die Spirale zu den preiswertesten Verhütungsformen.

Dank der Entwicklung neuer Formen und Materialen, die an die jeweilige Gebärmutterform und -größe angepasst werden, hat es eine noch besseren Verträglichkeit. Nebenwirkungen gibt es kaum noch.

Spirale geht doch nur nach der Schwangerschaft oder?

Nein, heute nicht mehr.

War früher die Spirale nur für Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, geeignet, gibt es heute auch für junge Mädchen und kinderlose Frauen diese hormonfreie Alternative. Kupferkette oder Kupferball beispielsweise wurden absichtlich für Frauen mit kleinerer Gebärmutter entwickelt.

Trotzdem kann das Einsetzen dieser Spirale als unangenehm und schmerzhaft empfunden werden. Einige Frauenärzte bieten daher auch die Einführung der Spirale unter Kurznarkose an.

Vorteil dabei ist, dass jegliche Anwenderfehler wegfallen.

Doch diese Methode ist auch für mich leider etwas nachteilhaft, da es weniger geeignet für Frauen mit starker und schmerzhafter Menstruationsblutung ist, da diese noch verstärkt wird.

Wieso das?

Für Frauen, die eine starke oder sehr schmerzhafte Regelblutung haben, sind hormonfreie Spiralen jeglicher Art, also Kette, Ball, Kupfer und Gold, ungeeignet, weil die Blutung stärker und länger wird. Die Gebärmutter versucht, die Spirale als Fremdkörper auszustoßen -das verlängert die Blutung und ist mit einem minimal entzündlichen Reiz vergleichbar. Für Frauen mit leichten Blutungen gilt das nicht.

3. Diaphragma und Portiokappe

Diaphragmen und Portiokappen sind runde Kappen aus Silikon, die den Samenzellen den Weg zu den Eizellen versperren. Diaphragmen bedecken den Muttermund und werden von den Scheidenwänden gehalten.

Portiokappen sind kleiner und saugen sich zum Teil direkt am Muttermund fest oder werden ebenfalls mit ihrer breiten Krempe in der Scheide gehalten.

Eingesetzt werden die Kappen frühestens zwei Stunden und spätestens direkt vor dem Sex. Zusätzlich muss die Frau ein Verhütungsgel auftragen, ein sogenanntes Spermizid- welches Spermien abtötet.

Nach dem Sex sollten Diaphragma oder Portiokappe mindestens 8 bis 12 Stunden in der Vagina verbleiben. Je besser der Sitz und je geübter die Anwendung, desto sicherer ist die Methode.

Für mich auch wieder keine Option, da mir durch die Vorbereitung die Spontanität und somit die Lust auf den Sex genommen wird. Mir persönlich ist diese Art der Verhütung einfach zu umständlich.

4. Kondome

Der jahrhundertealten Klassiker, einst aus Schafsdarm, gibt es inzwischen in unzähligen Varianten: Vegane Fair-Trade-Kondome, Marken mit zehn verschiedenen Umfanggrößen oder latexfreie, besonders gefühlsintensive Materialien. Die Anwendung ist wohl jedem seit der Pubertät grob bekannt.

Neben einer sicheren Verhütung schützen sie als einzige Verhütungsoption zuverlässig vor Geschlechtskrankheiten.

Doch Vorsicht bei langen Fingernägeln, zu kalten oder zu heißen Aufbewahrungsorten, ölhaltigen Gleitmitteln und Medikamenten gegen Vaginalinfektionen. Diese können Kondome kaputt machen. Hinzu kommt deren Mindesthaltbarkeit.

Also für mich persönlich abgesehen von dem Schutz vor Krankheiten auch keine hundert prozentige sichere Alternative.


Doch woher weiß ich jetzt welche hormonfreie Alternative für mich die beste ist? Im Zweifelsfall wendet euch bitte immer an euren Gynäkologen/in.

Zusammen könnt ihr immer eine für euch passende hormonfreie Verhütung finden..

Eine so genannte graue Zone ergibt sich mit der östrogenfreie Pille. Sie ist nicht zu 100% hormonfrei, ist aber auch kein Verhütungsmittel, welches den Hormonhaushalt überschüssig belastet.

Östrogenfreie Pille

Die östrogenfreie Pille ist eine Pille zur Schwangerschaftsverhütung, die im Gegensatz zu Kombinationspillen nur ein Gelbkörperhormon und kein Östrogen enthält.

Die empfängnisverhütende Wirkung erfolgt durch die Hemmung des Eisprungs. Die östrogenfreie Pille muss jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden. Anders als die andere Pille Muss wird die östrogenfreie Pille 28 Tage durchgängig am Stück eingenommen und auf eine Einnahmepause wird verzichtet.

Sie wird empfohlen bei Frauen mit Bluthochdruck, Migräne Patientinnen und stillenden Müttern.

Ich persönlich tendiere zur Zeit effektiv zu dieser Art der Verhütung. Trotzdem begleitet mich die Angst, diese Pille nicht haargenau zur selben Zeit jeden Tag nehmen zu können.

Auf nicht hormonfreie Verhütungsmittel werde ich in diesem Artikel nicht weiter eingehen.

Was mich persönlich extrem geschockt hat bei meiner Umfrage war die Tatsache, dass 68 % der Befragten bereits die Pille danach genommen haben. Einige nutzen sie sogar als reines Verhütungsmittel.

Seit 2015 gibt es die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Es gibt sogar eine eigene Website für die Pille danach. Überall ist zu lesen, dass es gar nicht so schlimm sei, sich diese Hormonbombe einzuschmeißen und auch der Ausdruck „Bombe“ würde nicht wirklich passen. Mir selber wurde in jungen Jahren von einer Gynäkologin geraten, ich solle mir doch die Pille danach anschaffen um einfach sicher zu sein.

Für mich persönlich der Horror Trip meines Lebens. Mir wurde damals nach circa 1 Stunde kotzschlecht und unglaublich schwindlig. Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. circa eine Woche lang habe ich nur geweint. So viel zum Thema Hormonbombe. In meinem Körper herrschte totales Chaos. Ich fühlte mich unglaublich schlecht, fast krank und meine Periode habe ich auch viel zu früh bekommen.

Ich war total erschrocken über den Effekt auf meinen Körper. Für mich war ab diesem Zeitpunkt klar einmal und nie wieder. Mein ganzes hormonelles Gleichgewicht war aus dem Ruder geraten.

Damit möchte ich aber nicht sagen, dass ich nicht erleichtert bin über die Tatsache, dass uns Frauen diese Möglichkeit gegeben wird.

In verschiedenen Momenten ist die Pille danach unabdingbar und ich bin froh, dass jede Frau rezeptfrei im Notfall Zugriff darauf haben kann.

Ich möchte, indem ich meine persönliche Erfahrung hier aufschreibe, nur darauf hinweisen, dass man es nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen kann.

Im Endeeffekt empfindet und verträgt es jede Frau anders.

Traurig macht mich, dass sich 52 % der Befragten von ihrem behandelnden Gynäkologen/in schlecht beraten fühlen.

Für mich ist das wichtigste an einem Arzt, dass ich mich bei ihm wohl fühle und transparente, ehrliche Informationen erhalte.

Ich kann also jedem nur empfehlen weiter zu suchen, bis das man den Arzt gefunden hat, der einen individuell berät.

72 % der Befragten haben mehr Angst davor sich mit Krankheiten anzustecken, als schwanger zu werden.

Das lässt mich persönlich noch einmal ganz anders über die Einstellung zu Sex in unserer Gesellschaft nachdenken.

Doch was denken die Frauen über die vielen Mythen, die umherwandeln. Wie steht es zum Beispiel mit dem Mythos, dass Stillen vor einer Schwangerschaft schützen kann…

8% der befragten Frauen denken tatsächlich, das Stillen vor der Schwangerschaft schützt.

Nein, diese Aussage ist völlig falsch!

8% klingt erstmal nicht viel. Bedeutet aber trotzdem 16 Frauen, die davon ausgehen dass das Stillen tatsächlich vor einer Schwangerschaft schützen kann.

Schlussfolgern kann ich sagen, dass mir Das Schreiben dieses Beitrags dazu verholfen hat mich klarer für ein Verhütungsmittel zu entscheiden.

Ich möchte mich hier bei allen für ihre Mitarbeit bedanken. Mich hat diese Umfrage und Recherche einiges gelehrt.

Zum Einen bin ich geschockt, wie wenig Aufklärung es tatsächlich zu unserer heutigen Zeit gibt. Und zum Anderen bin ich wirklich froh, dass es Mittel gibt, die uns Frauen schützen.

Denn wir bestimmen immer noch selber über unser Leben.

Wir und niemand anders!

Familienleben – über Streit und Achtsamkeit

Ganz klar, nicht immer einfach. Und doch so schön. Es gibt kein Rezept für das perfekte Zusammenleben. Keine magische Formel.

Es herrscht Liebe und Streit. Uneinigkeit und Achtsamkeit. Es ist wie eine Achterbahn durch alle Gefühlswelten.

Liebe muss man sich erstmal verdienen. Einmal verdient ist es ein unglaublich schönes Gefühl. Dieses Wissen von Sicherheit. Es ummantelt einen wie eine Wolke.

Doch auch streiten soll gelernt sein, so wie alles andere auch.

Sonst wird man sich ganz schnell entfernen von dem, was man liebt und was man braucht.

Oft fängt es an mit einem winzigen Funken und plötzlich geht es über in einen Flächenbrand. Ohne es zu wollen brennt es lichterloh und man will einfach nur dieses Feuer löschen.

Man steigert sich in unachtsame Aussagen oder lässt sich von seiner Wut echauffieren. Und ohne es zu wollen kann man das Gesagte nicht mehr rückgängig machen. Man kommt nicht mehr zurück an diesem Ursprungspunkt an dem es ja eigentlich nur um eine nicht aufgegangene Klopapierrolle ging.

Verloren geht die Kontrolle über sich selbst und man drückt den anderen mental gegen die Wand. Man engt ihn ein und drängt ihn zur Wut. Man provoziert ohne provozieren zu wollen.

Plötzlich an einem Punkt, wo mehr Schaden entstanden ist als man wollte. Jeder zutiefst verletzt. Jeder in seiner Ecke.

Kennst du diesen einen Spruch? Man liebt sich so sehr, dass es schmerzt.

Genau das trifft dann wohl zu.

Ursprünglich nur gedacht die Wahrheit zu sprechen um den anderen vor Schaden zu schützen wird es urplötzlich zum Schaden selbst.

Ängste kommen hoch. Einerseits die Verlustangst, andererseits die Angst, manipuliert und degradiert zu werden.

Man versteift sich nur noch in das Negative und steckt all die positiven Dinge in die man sich anfangs eigentlich verliebt hat in eine dunkle Schublade.

Jeder zu stur den ersten Schritt zu wagen.

Kommunikation. Das wichtigste Werkzeug was uns Menschen wohl geschenkt wurde um zwischenmenschliche Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Mächtiger als alles andere.

Kommunikation kann alles heilen.

Sie kann alles wieder hinbiegen.

Die Werte wie Respekt und Achtsamkeit kehren wieder ein.

Die Kommunikation nimmt die Vergebung an die Hand.

Man sollte sie nur sinnvoll nutzen bevor es zu spät ist.

Ich bin es. Du bist es.

Wir sind es.

Das blühende Familienleben.

Es ist ganz klar, dass die neuen Umstände als Familie zu Streitigkeiten führen. Die anfängliche Euphorie klingt ab und die Alltagsbewältigung gestaltet sich schwieriger als zuvor.

Machen wir uns nichts vor, schöne Schwangerschaft hast du sie Harmonumstellung so viel mehr Streit als gewollt. Die neue Situation überfordert jeden von uns.

Es wird ernst.

Dinge, die vorher unwichtig erscheinen werden plötzlich zu grundlegenden Themen.

In den Tag hinein leben ist nicht mehr. Vorher trug man die Verantwortung nur für sich. Für sein Handeln. Nun ist da mehr. Mehr Verantwortung. Mehr Grund alles in die Bahnen zu lenken.

Die Sätze füllen sich plötzlich mit Wörtern wie finanzielle Absicherung und Babyzimmer.

So surreal es sich anfangs anfühlte ist es jetzt schon das normalste der Welt.

Prioritäten ändern sich. Sorgen ändern sich. Sobald man Mama wird, ändert sich einfach alles.

Doch nicht nur als Mama ändert sich alles. Auch der Mann wird nun Papa. Und das vergesse ich ab und an.

Auch er steht jetzt in der Verpflichtung einiges zu ändern. Steht unter Druck uns finanziell eine Stütze zu sein.

Es ist ein unglaublicher Druck auf unser beider Schultern und das kann dann erstmal krachen bevor es zusammenschweißt.

Vor der Ebbe die Flut wie man so schön sagt. Oft ist es keine Flut.. Nein, es gleicht einem Tsunami!

Eine riesige Welle welche über uns hereinbricht. Und ein Feld der Zerstörung hinterlässt.

Mal schlimm, mal weniger schlimm.

Die Ruhe nach dem Sturm kehrt endlich ein. Irgendwann kehrt die Ruhe dann endlich ein. Man ist müde.

Zu müde zum Streiten.

Man versteht den anderen und versteht seine Bedürfnisse.

Man hört auf alles auf die Goldwaage zu legen. Hört auf ständig nach Perfektion zu streben. Denn keiner ist perfekt.

Niemand !

Also kommt der Zeitpunkt, wo man realisiert, dass man sich eigentlich selber der schönen Momente beraubt.

Es ist doch viel schöner ist die Zeit mir lachen zu verbringen. Oder mit kuscheln.

Der Moment, indem Unterstützung ganz klar mehr Gewicht hat als jegliche Streiterei.

Wo es ganz klar ist, dass die Liebe, die einen verbindet eindeutig stärker ist als alles andere.

Familienleben ist nicht nur ein Wort.

Es ist ein Kampf. Ein Kampf bis hin zur Akzeptanz.

Familienleben keimt im Dunkeln. Bis es sprießt. Wie eine Blume. Bis dass es sich in dein Leben verwurzelt und du niemals ohne leben könntest.

Familie für mich bedeutet Geborgenheit. Es bedeutet Vertrauen und Achtsamkeit. Es heißt man fühlt sich nur dort zu Hause wo Liebe ist. für mich ist es ist kein Ort, sondern ein Gefühl.

Es ist dort, wo ich mich fallen lassen kann. Wo ich sein kann wie ich bin ohne dafür verurteilt zu werden. Es bedeutet aufeinander einzugehen und respektvoll miteinander umzugehen. Es heißt sich um den anderen zu kümmern.

Familie heißt Zusammenhalt. Wir gegen den Rest der Welt. Familie bedeutet das Wissen, dass uns nichts wieder trennen kann.

Es heißt Kompromisse einzugehen.

Es bedeutet Balsam für die Seele.

Familie für mich heißt zu weinen und zu lachen. Ein Gefühl von Wärme. Der Duft von geröstetem Kaffee.

Familie bedeutet eine heile Welt zu schaffen.

Hebammen Talk – eure Fragen, ihre Antwort

Ein Interview mit einer Hebamme

Jeder, der mir auf Instagram folgt, weiß wie es zu diesem Beitrag gekommen ist.

Ich habe euch gefragt, ob es euch interessieren würde ein Interview mit einer Hebamme zu führen.

Ihr stellt die Fragen , sie antwortet.

Innerhalb kurzer Zeit kamen schon eine ganze Menge Fragen zusammen.

Glücklicherweise war die liebe Sophie Breuer einverstanden eure Fragen zu beantworten.

Einmal ein kurzes Kennenlernen ihrer Person. Sophie ist 1995 in Eupen, Belgien geboren und hat ihre frühe Kindheit im Raum Sachsen-Anhalt in Deutschland gelebt. Sophie zog nach ihrem Abitur von Eupen nach Namur und schließlich nach Lüttich, um dort an der Haute école libre Mosane nach 4 lehrreichen Jahren ihren Hebammen-Bachelor-Abschluss in der Hand zu halten.

Innerhalb ihres Studiums hat sie zahlreiche Praktika absolviert. Doch nicht nur in Belgien hat sie ihr Wissen bereichert. Es verschlug sie nach Deutschland, zum Senegal und nach Österreich. Wo sie schlussendlich auch geblieben ist und heute noch lebt.

Seit 2018 arbeitet sie nun im St. Josef Krankenhaus, einer der größten Geburtszentren in Wien. Neben dem Kreißsaal arbeitet Sophie dort auch auf der Wochenbettstation.

Da ihr nun ein kleines Backgroundwissen über die liebe Sophie habt, welche eure Fragen beantworten wird, schieße ich direkt mal los mit der ersten Frage…

Sophie, erzähl doch mal…

1. Was genau hat dich dazu bewegt den Beruf als Hebamme auszuführen? Was liebst du an deinem Job?

Ich bin über einen kleinen Umweg zum Hebamme-Sein gekommen – ich wusste, dass ich in die Geburtshilfe möchte, aber ob von ärztlicher Seite aus oder als Hebamme, das ist mir erst nach meinem ersten Praktikum so richtig bewusst geworden.

Als Hebamme hat man den Luxus, großteils für alles Physiologische, das heißt „Normale“ und „Gesunde“ zuständig zu sein – konkret heißt das, dass wir manchmal einfach zusehen und genießen können, was die Natur so alles kann.
Hebammenarbeit in all ihren Facetten kann auch ganz schön fordernd sein, man trägt Verantwortung für gleich zwei Leben, arbeitet parallel an den verschiedensten Dingen, teilt Freude und gleichzeitig Leid. Wir begleiten Frauen und Familien durch eine ganz besondere Lebensphase – ich glaube es ist die Vielfältigkeit, die mir so gefällt!

2. Wie kann man sich also deinen Alltag als Hebamme vorstellen?

Also wenn es einen Alltag geben würde…es gibt ihn einfach nicht!


Hebammen, die teils wie ich im Krankenhaus angestellt sind, arbeiten im Schichtdienst: Tag-, Nacht-, Wochenend-, Feiertagsdienste immer bunt im Wechsel.

Da eine gewisse Routine oder einen Alltag zu entwickeln gestaltet sich mehr als schwierig.

Wenn es um einen klassischen Arbeitsalltag geht: den gibt es auch nicht wirklich. Okay, auf meinem Dienstplan kann ich schon erkennen, wann ich Dienst im Kreißsaal, auf der Wochenbettstation, im OP oder in der Ambulanz habe, aber was genau mich dann da erwartet ist jedes Mal auf’s Neue eine Überraschung.

3. Woher genau weiß ich welche Art der Entbindung zu mir passt? Welchen Geburtsort wähle ich in Zeiten von Corona am Besten?

Neben einer ambulanten oder einer stationären Geburt, besteht die Möglichkeit, den Nachwuchs in den eigenen vier Wänden oder aber auch im Geburtshaus auf die Welt zu bringen.


Wichtig zu beachten ist dabei, dass sich je nach eurem Gesundheitszustand oder dem Verlauf der Schwangerschaft, die ein oder andere Option von selbst ausschließt.

Welche Kriterien es gibt und was zu beachten ist, kann euch im individuellen Gespräch eure Hebamme und euer Facharzt sagen.


Auch Corona sollte kein Argument sein, eure Pläne kurzfristig über Bord zu werfen – bei Unsicherheiten immer das Gespräch suchen!

4. Machst du auch Hausgeburten? Wieso ist es so schwierig eine Hebamme zu finden, die Hausgeburten betreut?

Nein, ich arbeite fest angestellt in einem großen Perinatalzentrum und nebenbei freiberuflich in der Betreuung von Schwangeren und nach der Geburt von Mutter und Kind im Wochenbett.


Neben dem eh schon bestehenden Hebammenmangel, gibt es leider derzeit nur eine Minderheit unter uns Hebammen die Hausgeburten anbieten und betreuen.

Das liegt zum Teil auch an den stets steigenden Haftpflichtversicherungen und einhergehend an der sinkenden Lukrativität der Rufbereitschaft und des entstehenden Aufwands.


Falls man eine Hausgeburt plant, kann ich euch nur anraten, euch nicht durch die ein oder andere Absage entmutigen zu lassen. Bleibt dran! Viele Hebammen durchtelefonieren!

Viel Glück!

5. Ab wann genau ist ein Baby lebensfähig?

Die Grenze zur Lebensfähigkeit eines Kindes ist trotz moderner Medizin und aller zur Verfügung stehenden Techniken zwischen der 23 und 25 SSW erreicht. Wird ein Kind so früh geboren, unterscheidet und orientiert sich die Versorgung dieses Kindes von Fall zu Fall und je nach Expertenmeinung.

6. Woran erkenne ich, dass mit meinem Baby im Bauch etwas nicht stimmt?

Das ist eine schwierige Frage – ich erinnere mich an einige Mütter, die von einem inneren Gefühl sprachen, welches sie nicht näher beschreiben konnten, aber welches sie spüren ließ, dass etwas nicht stimmt.

Bei ungutem Gefühl, abnehmenden Kindsbewegungen oder ähnlichem auch umgehend das Gespräch mit euere Hebamme oder Facharzt!

7. Inwiefern beeinflusst mein Körpergewicht die Gesundheit meines Babys?

Große Gewichtsabweichungen zur Norm (Unter- und auch Übergewicht) können natürlich deinen Gesundheitszustand, deine Schwangerschaft, die Geburt und das Heranwachsen deines Babys beeinflussen. 

Bei Adipositas (Übergewicht) in der Schwangerschaft bedeutet das zB ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt, für arterielle Hypertonie, Präeklampsie und Gestationsdiabetes mit möglich einhergehendenKomplikationen.


Studien belegen außerdem den eindeutigenZusammenhang zwischen Übergewicht/Adipositas der Mutter vor der Schwangerschaft und einem erhöhten Auftreten von Übergewicht und Asthma bei den Kindern.

8. Was bedeutet Präeklampsie und welche Folgen kann es haben?

Präeklampsie oder gerne auch Schwangerschaftsvergiftung genannt beschreibt eine Erkrankung in der Schwangerschaft, die auf eine Fehlentwicklung von Plazentagefäßen ganz zu Beginn der Schwangerschaft zurückzuführen ist.

Die Schwangerschaft entwickelt sich zunächst ganz normal, bis dass irgendwann die Obergrenze der Versorgungskapazität der Plazenta erreicht ist und der Körper der Frau mit Bluthochdruck, Eiweiß im Harn und Auffälligkeiten im Blut und den Organen reagiert.

Auch die ausreichende Versorgung des Babys über die Plazenta kann bei einer Präeklampsie nicht mehr ganz gewährleistet werden – es kann zu Wachstumsstörungen bis hin zur Unterversorgung mit Todesfolge kommen.

Je nach Schweregrad der Präeklampsie entscheidet sich das geburtshilfliche Vorgehen.

Tritt eine leichte Form auf ist es möglich konservativ zu arbeiten, das heißt Symptome durch Therapie zu lindern und Komplikationen medikamentös einzuschränken und dem Baby somit zu ermöglich noch etwas im Bauch zu reifen.

Bei schwereren Formen, ist die einzige Therapie die Beendigung der Schwangerschaft, das heißt eine Einleitung und Spontangeburt oder ein Kaiserschnitt.

9. Kannst du mir die Vor- und Nachteile einer Wassergeburt aufzeigen? Was hältst du davon?

Falls du dich im Wasser wohlfühlst und du dirvorstellen kannst, dass Wärme dir gut beim Verarbeiten der Wehen hilft – teste es aus!

Ich habe schon so manche Frau erlebt, die so schnell wie sie in der Wanne angekommen ist – auch schon wieder raus war und sich dann doch für eine ganz andere Position entschieden hat.

Wir Hebammen sind da flexibel!


Das warme Wasser hat natürlich Vorteile, nicht nur du kannst dich besser entspannen, sondern deine Dammmuskulatur tut dies ebenfalls. Man muss die Wanne nicht unbedingt zur Geburt nutzen, sondern gerne auch vorher, als Entspannungsbadewanne.

Falls es aber Auffälligkeiten im Geburtsverlauf geben sollte, ist es einer der ersten Maßnahmen der Hebamme dich aus der Wanne heraus zu holen.

Deine Hebamme wird also situationsbedingt helfen zu entscheiden, ob eine Wassergeburt in Frage käme oder du vorher doch wieder an Land solltest.

Ich persönlich finde Wassergeburten ganz großartig und freue mich jedesmal, wenn es zu einer kommt.

10. Was sind die häufigsten Geburtsverletzungen und was kann ich dagegen tun?

Ca. 80% aller Erstgebärenden haben eine Geburtsverletzung die mit einer Naht versorgt werden muss.

Am Häufigsten sind das Schürfungen der Schleimhaut, der Labien oder Dammrisse ersten und zweiten Grades.

Tatsächlich gibt es die ein oder anderen Hilfsmittelchen, welche die Verletzungen gering halten können. Jedoch gibt es kein „Wundermittel“ welches alle Geburtsverletzungen ausschließt.

Evidenzbasiert, und somit durch aktuelle Studien zur Prävention von Verletzungen belegt sind:


-die geburtsvorbereitende Dammmassage mit Öl
-geburtsvorbereitende Beckenbodengymnastik

Bitte fragt eure Hebamme nach genaueren Infos dazu !

11. Was genau ist Oxytocin und wozu dient es genau?

Oxytocin ist das sogenannte „Kuschelhormon“ – es dient unter der Geburt dazu die Wehen auszulösen, da es eine Kontraktion der Uterusmuskulatur bewirkt.

Nach der Geburt ist Oxytocin aber noch genauso wichtig, da es eine große Rolle in der Bildung der Mutter-Kind-Bindung spielt.

Zusätzlich ist dies dafür verantwortlich beim Stillen den Milchfluss zu ermöglichen.

12. Was genau wird euch auf dem CTG angezeigt? Was bedeuten diese ganzen Zahlen?

Auf den meisten CTG Geräten sieht man eine Zahl welche die fetale Herzfrequenz mitschreibt (also den Herzschlag, Puls eures Babys).

Die andere Zahl wird vom Wehenschreiber abgeleitet. Soll heißen: ergibt die Stärke der Wehe in mmHg.

Bei neueren Geräten kann man zusätzlich noch eine dritte Zahl erkennen, die zeigt zudem noch den mütterlichen Puls auf.

13. Was genau checkt ihr beim Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt ab?

Nach Geburt checken wir Hebammen den Initialzustand des Neugeborenen ab.

Das bedeutet, wir beobachten die klinische Adaptation: wie verhält sich das Neugeborene nun außerhalb der Gebärmutter, adaptieren sich sein Körper, seine Organe und Systeme an den extra-uterinen Zustand?

Traditionell gibt es da ein Scoring-System, nennt sich APGAR: Atmung, Puls, Muskeltonus, Aussehen, Reflexe werden in Lebensminute 1, 5 und 10 mit Punkten bewertet.

Bei unauffälliger Adaptation fällt das den Eltern meist nicht auf, da wir Hebammen versuchen möglichst diskret zu bleiben und euch beim ersten „Ankommen“ mit Baby nicht zu stören.

Genauso diskret nehmen wir nach der Geburt noch schnell Blut aus der Nabelschnur ab, aus dem darausfolgenden Wert erkennen wir, ob euer Baby bei der Geburt Stress hatte.

Die U1 sowie das Abwiegen und Messen werden möglichst erst später gemacht, um eben euer erstes Bonding nicht zu stören.

14. Woher kommt Frühgeborenenapneu?

Frühgeborene weisen ein zum Teil noch eher unreifes Atmungssystem auf.

Je größer die Frühgeburtlichkeit, desto unreifer das Atmungszentrum im Gehirn. Die Apnoe beschreibt also einen kurzen Moment des „Nicht-Atmens“, einen Atemaussetzer, der mit einem Absinken der Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung im Blut einhergeht.

Manchmal reicht ein leichtes Anstupsen, damit die Apnoe unterbrochen wird, manchmal benötigt es eine Atemunterstützung und/oder medikamentöse Therapie – da hört mein Wissen aber auch auf.

Alles weitere ist dann Kompetenzbereich von Kinderärzten und Neo-Personal.

15. Haben viele Babys Entzugserscheinungen durch die Sucht ihrer Mutter?

Ja auf jeden Fall.

Ob illegale Droge oder Alkohol und Nikotin, die Gefahr eines Neonatalen Abstinenzsyndroms, sprich Entzug, ist gegeben.

Die Symptome bei Babys sind vielfältig (extreme Reizbarkeit und schrilles Schreien, Zittern,Krampfanfälle, Schwitzen, Durchfall,Erbrechen..) und treten meist innerhalb der ersten drei Lebenstage auf.


Nie vergessen werde ich ein Praktikum, bei dem ich Zeuge von diesen „Suchtbabys“ werden konnte.

Es gibt Beratungsstellen, die auf Suchterkrankung in der Schwangerschaft spezialisiert sind und die euch beraten und helfen können!

Es ist nie zu spät!

16. Was hat es mit der Gelbsucht auf sich?

Jedes Neugeborene weist eine gewisse Unreife der Leber auf – die Leber ist aber mit der wichtigen Aufgabe behaftet, Teile von abgebauten roten Blutkörperchen (Bilirubin) so umzuwandeln, dass diese mit Harn und Stuhl des Kindes ausgeschieden werden können.

Durch diese Unreife der Leber verbleibt also ein Teil des Bilirubins im Blut und stagniert dort und setzt sich schließlich unter die Haut, daher die Gelbfärbung.


Die meisten Babys schaffen es das Bilirubin nach einigen Tagen von selbst abzubauen. Manche benötigen bei steigenden Werten da etwas mehr Unterstützung in Form einer Fototherapie.

Unterstützen kann man das natürliche Abbauen von Bilirubin im Körper des Babys durch ausgiebiges Stillen/Füttern und reichlicher Zufuhr von Tageslicht.

17. Mein Baby hat Akne. Hast du irgendwelche Tipps? Kann ich irgendetwas dagegen tun?

Neugeborenen Akne ist ein ganz normales Phänomen. Die kleinen roten Punkte kommen und gehen, tun nicht weh und schauen meist wilder aus als sie sind.

Die Haut deines Babys reagiert in den ersten Wochen auf all das Neue was sie berührt und baut sich dadurch eine eigene Schutzwand auf, die Hautflora.

Damit dein Baby auch ausreichend schützende, gute Bakterien abbekommt lohnt es sich ausgiebig zu Bonden.

Falls die Neugeborenen Akne sehr stark ausgeprägt ist, kann man sie leicht mit etwas Stiefmütterchen-Tee betupfen, frage dazu aber eher deine Hebamme um Rat.

18. Was genau hilft gegen Hämorrhoiden? Warum haben das so viele Frauen nach der Geburt?

Es gibt ein Venengeflecht von Hämorrhoidalvenen ganz nah beim After, in der Rektalampulle liegend.

Durch die Hormonlage der Schwangerschaft, dem verminderten venösem Rückfluss und auch dem Druck unter der Geburt dem dieses Venengeflecht ausgesetzt ist, kann es sein, dass ein Teil dieses Geflechts nachgibt, nach unten sackt, und sich ausstülpt. Mehr ist es tatsächlich nicht!

Nach der Geburt schaut sich deine Hebamme das Ausmaß dieser Hämorrhoide an und wird dir individuell empfehlen was zu tun ist.

Generell gilt, konsequent kühlen, weiches Klopapier, viel trinken und einer Salbe in Rücksprache.

Nur ganz selten ist eine Vorstellung beim Proktologen oder eine OP notwendig.

19. Wann und wie kann ich mit dem abstillen beginnen?

Da Abstillen genauso individuell und manchmal holprig sein kann wie der Stillbeginn möchte ich dazu keine allgemeine Empfehlung aufschreiben.

Um eine Mama und ihr Kind beim Abstillen zu begleiten, bedarf es zunächst mal einem Gespräch, aus welchen Gründen abgestillt werden soll, und wie die aktuelle Stillsituation aussieht.

Häufig stellt sich dann im Gespräch heraus, dass eigentlich kein wirklicher Grund zum Abstillen vorhanden ist, und eher Bestätigung benötigt wurde, dass es okay ist auch weiterzustillen – obwohl Großmutter, Tante und Nachbarin schon ihre Empfehlungen ausgesprochen hatten.


Abschließend möchte ich dazu noch sagen, dass Abstillen ein Prozess ist, der nicht von jetzt auf gleich abgeschlossen ist.

Es gibt immer zwei Parteien (Mama und Kind) die bereit und einverstanden sein müssen mit dem Abstillen zu beginnen – ohne jeglichen Einfluss von außen.

Schlussfolgernd kann man also sagen, dass es immer ratsam ist Rücksprache mit eurer Hebamme zu halten.

Kommunikation ist das A und O.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der lieben Sophie, welche sich so viel Zeit genommen hat eure Fragen gewissenhaft zu beantworten.

Wir hoffen, unsere Mühe euch all eure Fragen zu beantworten hat sich gelohnt.

So eine Sache mit dem Schlaf

Schlafmangel auszugleichen ist dank meines Terrorzwerges gar nicht mal so einfach.

Mir sagte mal jemand damals, dass sich das Baby circa 16-18 Stunden Schlaf pro Tag gönnt.

Pustekuchen. Tatsächlich kommen manche Babys von Anfang an mit 12 Stunden Schlaf oder noch weniger aus. Dazu gehört natürlich mein kleiner Terrorzwerg.

Sie ist immer dann besonders munter, wenn Mama und Papa im Land der Träume weilen wollen.

Also habe ich mich auf der Suche nach Strategien begeben, die mir helfen, meinen Schlafmangel lockerer zu nehmen.

Ab der sechsten Lebenswoche kann man ja angeblich damit beginnen, eine Routine für das Baby einzuführen, die dabei hilft, den Rhythmus zu finden und besser zu schlafen. Dies versuche ich nun weitestgehend umzusetzen.

In der Hoffnung, dass Fiona schnell merkt, dass es tagsüber viel Spannendes zu entdecken gibt und dass die Welt nachts eher langweilig ist.

Nun aber zu meinen Hilfsmitteln gegen den Schlafmangel.

Ganz oben auf der Liste steht bei mir Powernapping! Einfach mal 20-30 Minuten Ruhe gönnen und eindösen.

Mein Leben ist auch um einiges einfacher mit Musik. Musik hilft immer. Tanz dir den Schlafmangel von der Seele.

Ebenfalls habe ich gemerkt, dass es auch mal gut ist seinen Stolz auf Seite zu legen. Zumindest in der ersten Zeit.. D.h. mal die Oma nach Wäsche fragen oder jemanden die Einkäufe übernehmen lassen. Einfache Haushaltsarbeiten auch mal abgeben und sich diese Energie sparen.

Das Abwechseln der Nachtschichten am Wochenende mit Matthias hilft mir auch ungemein, meinen Schlaf wieder etwas aufzuholen.

Viel Zeit an der frischen Luft fördert die Müdigkeit von Fiona. Also gehe ich häufig mit ihr raus an die frische Luft.

Und zum Schluss kommt wohl das simpleste überhaupt. Die Dusche. Jedes Mal fühle ich mich frisch und wach nach einer ausgiebigen Dusche.

Was ist euer Trick 17 bei Schlafmangel?